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"Slow Art" oder warst Du heute schon bei Dir?

Aktualisiert: 6. Dez. 2022

Private und gesellschaftliche Krisen lassen uns oft vergessen, dass der achtsame Umgang mit uns selbst eine bedeutende Ressource für ein gelingendes Leben trotz vieler Herausforderungen ist.



Wie unterschiedliche Methoden der Selbstfürsorge im Alltag helfen „sich selbst wenigstens nicht schlechter zu behandeln als andere“ hat die deutsche Journalistin Verena Carl in einem 12-monatigen Selbstversuch getestet.


Die Diplompsychologin Anne Otto hat sie dabei begleitet. Herausgekommen ist ihr augenzwinkernder Ratgeber „Ich bin dann mal bei mir. 12 Auszeiten für die Seele“ [beltz Verlag, 2021].


Angesichts der massiven Reizüberflutung in unserer schnelllebigen Welt untersuchten die beiden auch, wie Slow Art zu Entschleunigung und mehr Wohlbefinden beitragen kann.


Bei Slow Art geht es nicht um den – mal chaotischen, mal äußerst fokussierten und immer entschleunigenden - Prozess des Kunstschaffens, sondern um die Betrachtung von Kunst.

Laut einer Studie der Zeppelin Universität aus 2013 verbringen Museumsbesucher*innen heute im Schnitt nur noch elf Sekunden vor einem Bild, nicht sehr lang, um genau hinzuschauen, sich emotional berühren oder gar inspirieren zu lassen.


Hand aufs Herz, wer hat sich selbst nicht schon dabei ertappt, wie er/sie im Alltag hastig von einem Medium zum anderen wechselt und die Konzentration auf Sinkflug ist? Aktuellen Erkenntnissen der Neuropsychologie zufolge führt Multitasking – sei es bei alltäglichen Verrichtungen oder vor dem Bildschirm – zur Überreizung und einem starken Anstieg des körpereigenen Cortisolspiegels. Ein ständiges Alarmgefühl und chronischer Stress sind damit vorprogrammiert.


Unser Geist braucht Pausen und eine bewusste Verlangsamung der Wahrnehmung, um wieder in die Entspannung zu kommen. Slow Art ist ein Akt der Selbstfürsorge.

Anders als das ergebnisorientierte Beobachten ist Betrachten eine entspannte und kontemplative Tätigkeit, die sich absichtslos über längere Zeit erstreckt. Ein Kunstobjekt für fünfzehn bis zwanzig Minuten in Ruhe zu betrachten, ist weit mehr als eine aufmerksame Auseinandersetzung mit Künstler*in und Werk. Diese Zeitspanne reicht aus, dass sich die gesamte Wahrnehmung verlangsamt und gleichzeitig intensiviert. Neben dem beruhigenden Effekt stellt sich mitunter auch ein tiefes Erlebnis von Sinn und Verbundenheit mit der Welt ein.


Hast Du schon einmal die meditative Wirkung von Slow Art erlebt?


Was hat die absichtslose Betrachtung eines Kunstwerks in Dir ausgelöst?


>> Teile Deine Erfahrungen in den Kommentaren!

 

Im nächsten Blogpost erfährst Du, wie Du Slow Art in Deinen Alltag integrieren kannst. Wenn Du Slow Food, Slow Sport oder Slow Travel genießt, dann wirst Du #slowart lieben. Bestimmt!






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